Die Kunst des Kampfes
Traditionell ausgeübte Kampfkünste verfolgen im Unterschied zum wettkampforientierten Kampfsport, nicht den Sieg in einer Disziplin als Selbstzweck, sondern legen den Fokus auf die persönliche Weiterentwicklung des Übenden als Mensch
Die Kunst des Kampfes
Traditionelle Kampfkünste dienten ursprünglich der bloßen körperlichen Ertüchtigung und zur Selbstverteidigung gegen feindliche Angriffe. Aus der Beobachtung der Natur- und ihrer Lebewesen wurden unter Beachtung der erkannten (natürlichen) Gesetzmäßigkeiten Techniken und Systeme entwickelt, die primär defensiven Charakter hatten. Andere Kampfkunstsysteme entwickelten sich aus Kriegskünsten
Eine große Rolle spielte dabei immer die Kontrolle über die Lebensenergie (Qi, Chi, Ki, Prana).
… umschliesst in seiner ausbildenden Wirkung den ganzen Menschen.
… bezweckt nicht den Sieg über Andere, sondern über sich selbst.
… bedeutet, sich Schritt für Schritt aktiv einer Selbsterziehung als Mensch zu unterziehen.
… beschleunigt den Weg eines Menschen zu innerem Frieden und menschlicher Reife.

Kampfkunst - ein friedlicher Weg zu Kraft & Innerer Stärke
Mehr über Kampfkunst
Traditionelle Kampfkünste entstanden teils aus körperlicher Ertüchtigung und Selbstverteidigung, teils aus historischen Kriegskünsten. Gemeinsam ist ihnen die Verbindung von Körperstruktur, Atmung, geistiger Klarheit, Lebensenergie und ethischer Haltung. In Systemen wie dem Shaolin-Kung-Fu war und ist die Kampfkunst eng mit Chan-Meditation und der Entwicklung von Friedfertigkeit und Mitgefühl verbunden; japanische Künste wie Iaido, Kendo oder Kyudo entwickelten sich aus dem Bujutsu und verbanden technische Meisterschaft mit der Auseinandersetzung mit Angst, Tod und Präsenz durch Zen-Mediatation und die schönen Künste (BunbuRyodo)
Heute richtet sich der Kampf vor allem nach innen. Der Übungsweg verlangt Selbstdisziplin, Geduld, Mut zur Selbstkonfrontation, Lernbereitschaft und emotionale Ausgeglichenheit. Durch die stetige Praxis entwickeln Übende Kraft, Gelassenheit, Frustrationstoleranz und Selbstkompetenz. Weil Kampftechniken gefährlich sein können, gehört zu traditionellen Systemen stets die Ausbildung einer verantwortungsvollen, friedfertigen Haltung. Auf diese Weise kann Kampfkunst zu einem Weg der Selbsterziehung werden, der Dankbarkeit, Mitgefühl und die Wertschätzung des Lebens vertieft.
Andere Kampfkünste wie zB Iai-Do, Ken-Do und Kyu-Do, haben sich aus der Kriegskunst im mittelalterlichen Japan (Bujutsu), heraus entwickelt. Die Krieger der damaligen Zeit (Samurai) mussten sich (neben ihren kriegerischen Kunstfertigkeiten) notgedrungen intensiv mit ihrer (natürlichen) Todesangst auseinandersetzen, um den Erfordernissen einer Schlacht oder eines Zweikampfes mit Mut begegnen zu können. Über die intensive, achtsame Einlassung in die Tiefen eines jeden Lebens-Momentes, übten sie sich (auch mit den Mitteln der schönen Künste) in einer (von Ängsten, Wünschen und Vorstellungen ) losgelösten Präsenz. Aus der Kraft des Lebens heraus erreichten Sie das Vermögen, dem Tod in einer Gleich-Gültigkeit gegenüberzutreten.
Sich heutzutage dem Übungsweg einer traditionellen Kampfkunst (Budo/ Wudao: „Der Weg den Kampf zu beenden“) zu verschreiben, verlangt von den Übenden zum Glück keine blutigen Auseinandersetzungen mehr, denn der eigentliche Kampf hat sich auf das innere Wesen des Menschen verlegt. Dennoch braucht es auch hier, im Bestreben um präzise Kunstfertigkeit, mentale Stärke und emotionale Ausgeglichenheit, den Mut zur Selbstkonfrontation, ein sehr hohes Maß an Selbstdisziplin und Lernbereitschaft kombiniert mit maximalem Bemühen. Man übt sich in Geduld und Entschlossenheit, entwickelt Ausdauer, Frustrationstoleranz, und Gelassenheit.
Jede und jeder ernsthaft Kampfkunst-Praktizierende weiß, aus Erfahrung am eigenen Leib, um die umfassend positiven Auswirkungen der steten Übung. Seit Jahrhunderten unterziehen sich Kampfkunstübende daher freiwillig, einer bewährten Methode der Selbsterziehung und Selbsthilfe, die sie auch im Alltag aufrichtet, und selbstkompetent ihr Leben gestalten lassen.
Passionierte KampfkünstlerInnen kennen und wertschätzen die Gesetzmäßigkeiten der Natur und passen sich diesen respektvoll an. Im Wissen um die unmittelbare Nähe von Leben und Tod, erfolgt eine sehr bewusste Auseinandersetzung mit (oft tödlichen)Kampftechniken.
Im Bewusstsein um die Gefährlichkeit von Kampf, wurde in allen traditionellen Kampfkunstsystemen, stets Wert auf die gleichzeitige Ausbildung einer aufrechten, ethisch-friedfertigen (inneren) Haltung ihrer SchülerInnen gelegt. Diese Besonderheit traditioneller Kampfkünste, fand ihren Niederschlag in teilweise kodifizierten Regel- und Wertekatalogen, kam und kommt aber auch in der Methodik- und Didaktik der unterschiedlichen Kampfkunst-Lehrsysteme zum Ausdruck.
Beiläufig entfaltet sich die Erfahrung der Kostbarkeit des Lebens. Wachsende Dankbarkeit und Mitgefühl für alle Lebewesen befrieden dabei das Herz. Die Seele findet Ruhe.
Traditionelle Kampfkunst ist mehr als das Erlernen wirksamer Techniken. Sie versteht Übung als einen lebenslangen Entwicklungsweg, auf dem Körper, Geist und Haltung miteinander verbunden werden.
Die äußere Form dient dabei der Schulung innerer Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Selbstregulation, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein. Wiederholung und Präzision fördern nicht nur technische Sicherheit, sondern auch Selbsterkenntnis. Kraft soll nicht unkontrolliert eingesetzt, sondern bewusst wahrgenommen, dosiert und verantwortet werden. Die Begegnung mit Grenzen wird so zu einer Möglichkeit persönlicher Entwicklung. Kampfkunst als Wegkunst bedeutet, sich durch das Üben immer wieder neu auszurichten.
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