Tosa Juku Kampfkunst
Iaijutsu-Iaido

Tosa Juku Iaijutsu-Iaido

„Die japanische Schwertkunst Iai-Jutsu bzw. Iai-do, einst eine Disziplin der ritterlichen Samurai in Japan, dient heute der Öffnung und Erweiterung der in jedem Menschen befindlichen Fähigkeiten, durch die er sein Leben mit Bewusstheit und Erkenntnis füllen kann.“

(O´Sensei Erwin Steinhauser)

 

 

Die Linie

 

KOKORO DO – Kampfkunstmentoring hat sich als Zweigstelle der TOSA JUKU AUSTRIA HONBU DOJO  auch der Pflege und Kultivierung der über 450 Jahre alten Kampfkunst Iaijutsu/Iaido  mit dem Samurai – Schwert verschrieben. Diese Kampfkunst wurde in der Linie der MUSO JIKIDEN EISHIN RYU, vom 21. Hauptmeister Sekiuchi Komei, Komei Juku- Ha gelehrt. Diese Linie gilt als  KORYU (alte Schule) besonders anspruchsvoll zu erlernen und orientiert sich an authentischer Ausführung, fernab von Stereotypismus, oder Showelementen.

TOSA JUKU AUSTRIA HONBU DOJO wurde vom österreichischen Schwertkampf-Pionier und beauftragten Repräsentanten (Shibucho) O´Sensei Erwin Steinhauser, 6. Dan (European Iaido Association)  begründet. Im Bestreben in präziser Technik wie Geist dem Ursprung der Linie so nahe wie möglich zu kommen, steht das Üben von Muso Jikiden Eishin Ryu Iaijutsu-Do, unter ständiger  praktischer Prüfung von Realitätsnähe und Effizienz.

Im April 2018 designierte O´Sensei Erwin Steinhauser seine langjährige Schülerin Doris Nachtlberger zur Nachfolge zu Lebzeiten. Er berechtigte und  beauftragte sie damit zur Weitergabe und Pflege dieser alten Kampfkunst, die durch intensive, praktische wie theroretische Auseinandersetzung, lebendig und Interessierten zugänglich erhalten bleiben soll. Fortlaufende „eye to eye“ Schulung (jap. Isshin Deshin- Von Herz zu Herz) zwischen O´Sensei  Steinhauser und seiner designierten Schülerin, sichern dabei die Qualität und Weiterentwicklung.

 

 

 

Die Tradition

 

Der Wütende  wird eine Niederlage erleben – in der Schlacht, und im zivilen Leben.

(Samurai Weisheit).

 

Dem Japaner Hayashizaki Jinsuke Shigenobu (1549-1621) wird die Gründung von Iai-Do zugeschrieben, wobei der Begriff erst seit 1932 verwendet wird. Es war der Beginn der sogenannten „Edo-Zeit“(Alleinherrschaft des Tokugawa-Shogunat), die die Jahrhunderte lang währenden, ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen im alten Japan ein Ende setzte und  eine lange Friedensepoche hervorbrachte. Dies schuf Raum für einen inneren Entwicklungsprozess der Samurai, die nunmehr primär mit Verwaltungsaufgaben als hohe Beamte  beschäftigt wurden. Um ihre Kriegstauglichkeit jedoch aufrechtzuerhalten, aber auch um ihre Kraft und  Ehrgefühl in unschädliche Bahnen zu lenken, entstanden überall in Japan Kampfkunstschulen, in denen die Samurai weiter den Umgang mit ihrem Schwert üben konnten, ohne dabei zu töten. Samurai waren nicht nur Krieger. Das Wort „Samurai“ entwickelte sich phonetisch aus „Saburai“, welches abgeleitet wurde von „sabura“<. Zur Seite stehen, bewachen, dienen. Ein hohes Ehrgefühl und Tapferkeit kennzeichnete ihren Charakter, den sie ständig zu vervollkommnen trachteten, auch durch die schönen Künste wie Dichtung und Malerei. Ganz allgemein kann man sagen, sie pflegten einen an Werten und Qualitätsmaßstäben orientierten Lebensstil.

Heute wird Iaido zu den traditionellen Budo-Disziplinen wie Kyudo, Kendo,  Aikido und Judo gezählt. Menschen, die sich ernsthaft in einer Budo-Disziplin üben (Budoka), nützen das Erlernen der Kampfkunst als persönlichen Weg der Weiterentwicklung.

Die „Kunst des schnellen Schwert-Ziehens“ basiert auf der kriegerischen Strategie, den Gegner mit nur einem Schlag, bereits mit dem Ziehen des Schwertes, blitzartig zu besiegen. Die dahinterstehende Philosophie ist unter dem Gesichtspunkt zu verstehen, jede Kampfhandlung und  Gewaltanwendung auf das minimal notwendige Ausmaß zu beschränken. Denn die Samurai, die im ständigen Angesicht des Todes lebten, wussten – bei aller Brutalität kriegerischer Auseinandersetzungen – wie kein anderer,  den Wert des Lebens zu verstehen und zu schätzen, was auch an der damals noch üblichen Kriegsführung von Mann zu Mann galt. Neben technischer Kunstfertigkeit und Präzision war die absolute Kontrolle des Geistes notwendige Grundlage dieser diffizilen Kampfkunst. Ein Schwertmeister, der körperliche Beherrschung der Technik, seinen Geist und seine Energie mit der Führung des Schwertes in Einklang brachte hatte KI KEN TAI ICHI. Von einem Meister dieses Niveaus, genügte im Besten Fall nur der Griff zum Schwert, oder aber ein fester Blick, um den Gegner von seinem allfällig böswilligem Vorhaben abzubringen. Wurde das warnende Zeichen nicht verstanden, oder ignoriert, musste der potentielle Angreifer  zumeist mit seinem Leben bezahlen.

Iaido zählt zu den „Inneren (weichen)Kampfkünsten“, da die äussere Kraftentfaltung (in der blitzartigen Aktion), Ergebnis eines inneren Transformationsprozesses ist, die Regulation und gezielte Steuerung von Atmung, Energie, Emotion und Geist voraussetzt. Dabei handelt es sich um einander beeinflussende und bedingende Faktoren, die im Falle erzielter Harmonie, Wirksamkeit in der Funktion erzeugen.

 

 

SEISHIN-SHISEI-MUSHIN-ZANSHIN-KIME

 

Die vormals kriegerische Kunst des IAI-JUTSU (früher Battojutsu) wird heute zumeist als Iai-DO bezeichnet, um die philosophische Komponente und Ästhetik dieser Kampfkunst im Sinne einer  „Weg (DO)-Schulung“ hinzuweisen. Als  ganzheitliches System charakterlicher Schulung werden alle Komponenten von Physis, Psyche, Ethik, Spiritualität gleichermaßen berührt und bewegt.  Im Idealfall einer ethisch aufrechten und klaren Haltung (SEISHIN) und einer innerlich ruhigen Verfassung (SHISEI), wird der Geist leer (MUSHIN) und kann in offener Aufmerksamkeit (ZANSHIN) in Einklang mit der Energie, seine Kraft punktgenau entfalten (KIME). Die dabei erlebte und erfahrene Harmonie führt über die beständige Übung zu spiritueller Erkenntnis, der Erfahrung von Einheit, woraus Mitgefühl und der innere Wunsch nach Friedfertigkeit erwächst.

Das Schwert ist dabei ein klarer  Spiegel deiner Übung. Jede Emotion, jeder blockierende Gedanke, jedes Anhaften, das volle Präsenz verhindert, wird unmittelbar in der Qualität des Schnitts sichtbar. Jeder Selbstbetrug verliert an Grund und Boden. Persönliche Einsicht ,als Grundlage des Lernens und Entwickelns entfaltet ihr Fundament.

 

 

Die Lernstruktur

 

Muso Jikiden Eishin RyuIAIJUTSU-DO ist wie jede  traditionell ausgeübte Kampfkunst in  Regelwerk und Ritual (Etikette/REIGI) eingebettet und wird in einem geschlossenen Übungsraum, der keinem anderem Zweck dienen soll (DOJO) ausgeübt. Das alles dient der körperlichen Sicherheit aller Teilnehmenden, dem Gewährleisten von notwendigem Respekt gegenüber dem Übungsprozess (KEIKO/DO) und aller daran Beteiligten, sowie der Entwicklung von Achtsamkeit (NEN). Die Lerninhalte werden innerhalb einer vertrauens-, wie verantwortungsvollen Lehr-Lernbeziehung (SHITEI) zwischen LehrerIn (SENSEI) und SchülerIn (Dechi) weitergegeben.

Das realitäsnahe Üben in traditioneller Bekleidung (Hakama, Gi, Obi)  bedingt die Verwendung von geeigneten Übungsschwertern (IAITO), die durch Gewicht, Größe und Qualität  den sogenannten „Alten Schwertern“ aus der Koto-Periode (bis 1553 ) nachempfunden sind , die sich noch nach ihrer Kampftauglichkeit bemaßen und und auch im modernen Übungsprozess nach wesentlich präziserer Technik  und höherer Aufmerksamkeit verlangen, als es einfacher zu handhabende Katana bewirken könnten. Durch die so „erzwungene“ ständige Herausforderung und Verbesserung von Aufmerksamkeit und Präzision, ensteht ein wesentlich größeres Übungs- und damit auch Entfaltungspotential. Das SHINKEN (scharfes Schwert) darf  jedoch nur bei Schnitt-Testübungen (TAMESHIGIRI) und ab einem hohen Übungsnivau benützt werden.

Das einfache japanische Bokken ( Holzschwert ) wird im Anfang und  im Kontext von Partnerübungen (hier ausschließlich) verwendet.

Die Schwertgrundtechniken (KIHON Waza) werden im Kontext von festgelegten Bewegungsabläufen(KATA)  , die unterschiedliche Kampfsituationen simulieren, erlernt. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen, Einzel-Kata, die gegen einen unsichtbaren Gegner (Kassu Teki) ausgeführt werden. Partnerübungen dienen dem Verstehen der praktischen Anwendung und dem Entwickeln eines Gefühls für rechte Distanz und Timing (MAAE), sowie für die Rolle von Angriff (UCHIDACH) und Verteidigung (SHIDACHI).

In unsere Schule werden 71 KATA  in aufeinander aufbauendenden Stufen gelehrt.

Dabei teilt sich jede Kata in 4 Grundschritte:

  1. Nukitsuke (Aus einer ruhigen, gesammelten Achtsamkeit wird das Schwert gezogen)
  2. Kiritsuke(Wach und ungeteilt werden die Schnitte in Einheit von Energie, Körper und Schwert vollzogen)
  3. Chiburi (Den oder die Gegner beobachtend, wird (symbolisch)das Blut von der Klinge entfernt)
  4. Noto (Unter Beibehaltung der offenen Aufmerksamkeit von ZANSHIN wird das Schwert in die Scheide zurückgeführt.)

 

Alle diese Bewegungsabschnitte werden zu einer einzigen, fließenden Abfolge. Nach der Aktion befindet sich der Iaidoka in dem Zustand wie wenige Sekunden zuvor.

Auf der ersten Lernebene werden die äußeren Formen durch zig-Fache Wiederholungen über einen langen Zeitraum einstudiert (SHU). Auf der nächsten Lernebene (HA) werden die äußeren Bewegungsabläufe mit den inneren (energetischen) in Einklang gebracht und  die Anwendungstauglichkeit ausgeprägt bzw. vertieft. Auf höchstem Nivau verläßt der Schwertkampfkünstler die Form (RI). Das bedeutet nicht einfach eine Automatisierung, sondern Freiheit von der Form.

 

 

Die Haltung

 

Mit welcher inneren Haltung sollte Iai-Jutsu geübt werden? Man sollte sich der jahrhundertalten Tradition und Geschichte der Entstehung bewusst sein. Dann versteht man auch besser, worum es hier geht – um Kultivierung von Körper, Geist und Seele.

Die Samurai-Kunst ein Schwert zu führen hat nichts mit Wettkampf, Sport oder Selbstverteidigung zu tun, wenn gleich Elemente davon enthalten sind. In ihrer Gesamtheit beschreibt Iaijutsu-Do eine Schule der Selbstdisziplinierung und Selbstvervollkommnung. Das erfordert die Bereitschaft sich in Geduld  zu üben und Anstrengung nicht zu scheuen – ohne Absicht, ohne Ziel, ohne Ende. Das Bemühen, die Übung hört nicht an den Türen des DOJO (Raum der Übung) auf. Iaijutsu- Do ernsthaft zu praktizieren, wird zur Lebenshaltung- die Kampfkunst zur Lebenskunst.

Diese Haltung des ernsthaften Bemühens im Übungsprozess intensiviert sich im Lauf der Zeit, ist Teil des persönlichen Lernweges und eignet sich zur Entwicklung und Verfeinerung der eigenen menschlichen Qualitäten.  Das Schwert weist auch hier den Weg. Wer nicht mit Hingabe übt, nicht bereit ist an sich selbst zu arbeiten, bleibt an der Oberfläche verliert das Interesse und wird die Tiefgründigkeit und den Schatz, den der Weg des Schwertes bietet, nie erfahren.

 

 

Der Sinn

 

Welchen Sinn macht es heutzutage, den Umgang mit dem Katana  Schwert zu erlernen?

  • Stärkung Deiner Physis und Psyche
  • Schulung Deiner Sinne und Sensibilität
  • Förderung von Selbstwahrnehmung/ Selbststeuerung/Selbstregulation
  • Entwicklung von Geduld, Frustrationstoleranz, Selbstdisziplin
  • Harmonisierung Deiner Yin-Yang Energien und Stärkung des Ki-Flusses
  • Förderung Deiner mentalen Klarheit, Entschluss- und Durchsetzungskraft
  • Förderung der Qualitäten von Mut, Offenheit, Respekt und Mitgefühl
  • Zugang zu Deiner Spiritualität

 

 

Egal wie lange Du „mit dem Schwert gehst“: wenn Du es mit Hingabe und ernsthaftem Bemühen tust, wirst Du daraus  für das Leben lernen und persönlich gewinnen! Dein persönlicher Gewinn, wird zum Gewinn Deiner Mitmenschen…

 

Um den Zugang zu dieser Kampfkunst individuell zu ermöglichen findet Unterricht  nur im Einzelsetting  auf Anfrage statt. 

Bei bestehenden körperlichen Handicaps wird der Unterricht entsprechend angepasst.

Weitere Informationen zu Geschichte, Tradition, Philosophie, Technik und Ausrüstung finden sie unter 

www.tosa-juku.at

 

 

 

Diese Seite teilen:

Top